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Trailrunning

Die Grate des Stolovi: wo das Rennen entschieden wird

Der Anstieg teilt das Feld, aber der Grat macht den Unterschied. Hier sieht man, wer frisch ankommt und wer unten im Tal alles ausgegeben hat.

Der Grat ist offen, Sonne und Wind ausgesetzt, mit einem Untergrund, der zwischen Gras und Fels wechselt. Der Schrittrhythmus muss ständig wechseln, und das kostet mehr als ein gleichmäßiger Anstieg.

Warum wechselnder Rhythmus teurer ist als konstanter

Der Körper arbeitet am effizientesten, wenn er dieselbe Bewegung wiederholt. Jede Änderung von Schrittlänge, Fußwinkel und Kniehub verlangt eine neue Anpassung, und Anpassung wird in Sauerstoff bezahlt. An einem Grat, an dem Gras alle zwanzig Meter mit Fels wechselt, sind das Hunderte solcher Anpassungen.

Deshalb achten gute Trailläufer hier nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf Gleichmäßigkeit. Ziel ist, die Untergrundwechsel ohne scharfes Bremsen und Wiederbeschleunigen zu durchlaufen — denn jedes Bremsen bedeutet, dass die Beschleunigung erneut bezahlt werden muss.

In der Praxis: Man wählt die gleichmäßigste Linie, auch wenn sie nicht die kürzeste ist. Zwei Meter seitwärts auf flacheres Gras sind mehr wert als eine Abkürzung über losen Fels.

Nach vorn schauen, nicht auf die Füße

Ein technischer Hinweis, der überall gilt: drei bis vier Schritte voraus schauen, nicht auf die Füße. Wer auf den Boden schaut, sieht die Linie nicht und verbraucht Kraft mit Korrigieren. Das Auge soll als Kundschafter arbeiten — die nächsten drei Aufsatzpunkte vorbereiten, während der Fuß den aktuellen erledigt.

Das ist eine Fertigkeit, und sie wird langsam gelernt. Anfangs fühlt es sich gefährlich an; nach ein paar Ausflügen beginnt das Gehirn selbst zu merken, wo die Löcher waren, und der Körper weicht ohne bewusste Entscheidung aus. Wer das beherrscht, läuft plötzlich schneller ohne einen einzigen zusätzlichen Herzschlag.

In der Abfahrt zählt dieselbe Regel noch mehr, weil die Geschwindigkeit höher und die Entscheidungszeit kürzer ist. Wer bergab auf die Füße schaut, bremst — und Bremsen bergab ist der schnellste Weg, den Quadrizeps für den Rest des Tages auszugeben.

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Wind, Sonne und Exposition

Ein offener Grat hat keinen Platz, einen Menschen zu verstecken. Die Sonne trifft direkt, und ein Wind, den es im Tal nicht gab, kann oben ständig wehen. Beides kostet: Die Sonne hebt die Körpertemperatur, der Wind kühlt und trocknet, und zusammen entsteht eine Lage, in der Flüssigkeit schneller verloren geht, als Durst sich meldet.

Wind verzerrt auch das Temperaturempfinden. An einem klaren Tag kann es am Grat beim Laufen angenehm sein und kalt, sobald man stehen bleibt. Eine dünne Windjacke, die in die Tasche passt, ist der Unterschied zwischen fünf Minuten Pause und einer halben Stunde Zittern.

Sicht ist die andere Hälfte. Nebel kommt am Grat schnell und löscht Orientierungspunkte, und ein Grat ohne Orientierungspunkte sieht in jede Richtung gleich aus. Geladenes Telefon, heruntergeladene Karte, und die Grundregel, im Nebel den bekannten Weg zurückzugehen statt den unbekannten weiter.

Wildpferde und die übrigen Bewohner

Auf den Hochflächen des Stolovi leben seit Jahrzehnten frei laufende Pferde. Ein Läufer trifft sie öfter, als er erwartet. Die Regel ist einfach: nicht nähern, nicht durch die Herde laufen und vor allem nicht zwischen Stute und Fohlen hindurch. Man umgeht in weitem Bogen, im Gehen.

Dasselbe gilt für die Herdenschutzhunde. Sie greifen keinen Menschen an, sie verteidigen eine Herde — wer langsamer wird, stehen bleibt und ruhig seitlich vorbeigeht, löst die Lage in einer halben Minute. Wer beschleunigt, macht aus sich etwas, das man jagen sollte.

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Die erste Etappe gibt den Ton vor

Für 4 Elements ist dies die erste Etappe, und sie gibt dem ganzen Team den Ton vor. Ein Team, das sich hier überschätzt, zahlt zuerst in der Luft und danach auf dem Rad und auf dem Wasser.

Aus der Erfahrung mit Teamrennen mit aufeinanderfolgenden Disziplinen: Der Fehler wird fast nie am Ende gemacht, sondern am Anfang. Wer fünf Prozent zu schnell startet, verliert nicht fünf Prozent der Zeit, sondern weit mehr — und er verliert sie auf den Etappen der anderen.

Die offiziellen Strecken, Höhenprofile und Wechselpunkte werden veröffentlicht, sobald sie bestätigt sind. Bis dahin ist dies eine Beschreibung des Geländes, nicht der Strecke.