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Gleitschirmfliegen

Die Wiege des serbischen Gleitschirmfliegens liegt am Stolovi

Bevor Fliegen ein Sport mit Lizenzen und Wettkämpfen wurde, war es eine Handvoll Menschen, die Stoff den Berg hinauftrugen und darauf vertrauten, dass die Luft sie trägt.

Nach Aussage der Pioniere dieses Sports aus Kraljevo reichen die ersten Flüge von den Hängen des Stolovi bis in die Mitte der achtziger Jahre zurück; als Anfangsjahr wird 1986 genannt. Gestartet wurde oberhalb des Dorfes Bogutovac, rund zwanzig Kilometer von der Stadt entfernt, mit Ausrüstung, die man heute nicht mehr in die Luft ließe.

Wie die Ausrüstung jener Zeit aussah

Frühe Schirme waren rechteckig, hatten wenige Zellen und eine Gleitzahl, die ein heutiger Pilot als Fall mit Verzögerung beschreiben würde. Man flog ohne Rettungsschirm, oft ohne Helm, und die Höhe war Schätzsache.

Was diese Menschen in der Luft hielt, war nicht die Ausrüstung, sondern die Vorsicht. Geflogen wurde bei ruhigem Wetter, morgens und am Abend, und von Hängen, die sanft genug waren, dass ein Fehler nicht der letzte blieb.

Zum Vergleich: Ein moderner Schulschirm hat eine ungleich bessere Stabilität, eine zertifizierte Sicherheitsklasse und eine Anleitung, die genau sagt, was er in welcher Situation tut. Der Fortschritt liegt nicht darin, dass heute mutiger geflogen wird — sondern darin, dass weniger davon auf Glück beruht.

Gleitschirmfliegen
Gleitschirmfliegen

Warum ausgerechnet der Stolovi

Der Stolovi bietet, was ein Pilot sucht: einen zum Tal gerichteten Grat, genug Höhenunterschied für eine Entscheidung, und Boden, der sich ungleichmäßig erwärmt und so Thermik aufbaut. Das Ibartal darunter wirkt wie eine riesige Schale, die Wärme sammelt und nach oben zurückgibt.

Höhenunterschied ist nicht nur eine Frage der Flugdauer. Er ist eine Frage der Sicherheit: Wer sechshundert Meter unter sich hat, hat Zeit, ein Problem zu erkennen, es einzuschätzen und zu handeln. Bei hundert Metern hat man weder das eine noch das andere.

Ein zum Tal gerichteter Grat gibt noch etwas anderes — dynamischen Aufwind, also Wind, der den Hang hinaufsteigt. Das ist die stabilste Art, in der Luft zu bleiben, und der Unterschied zwischen fünf Minuten und zwei Stunden Flug.

Was sich seither verändert hat

Heute ist Bogutovac einer der bekannteren Startplätze Serbiens, und der Stolovi ein Berg, an dem das ganze Jahr über geflogen wird. Schulen, Tandemflüge und regelmäßige Besucher gab es in den Achtzigern nicht einmal als Idee.

Auch das Verfahren hat sich geändert. Lizenz, Ausbildung, Materialcheck und Fluganmeldung sind heute normaler Bestandteil des Sports, keine Bürokratie. Eine Szene, die das respektiert, hat weniger Unfälle — und weniger Unfälle heißt, dass Startplätze offen bleiben.

Unverändert geblieben ist das Gefühl des ersten Schritts über die Kante — der Moment, in dem das Laufen aufhört und der Flug beginnt. Diesen Teil hat die Technik nicht angerührt und wird sie wohl auch nicht.

Gleitschirmfliegen
Gleitschirmfliegen

Warum das für 4 Elements zählt

Für 4 Elements ist Gleitschirmfliegen keine Zugabe. Es ist die zweite Etappe und kommt direkt vom Grat: Die Beine sind vom Aufstieg schon leer, und die Luft fragt nicht, wie müde jemand ist — sie will nur gelesen werden.

Erschöpfung sieht man in der Luft von außen nicht, aber man sieht sie in den Entscheidungen. Ein erschöpfter Pilot reagiert später, schätzt Höhe schlechter ein und neigt dazu, einen Gleitweg zu erzwingen, den er lassen sollte. Deshalb wird bei solchen Rennen die Etappe in der Luft mit der größten Reserve geplant, nicht mit der kleinsten.

Das Erbe einer Szene, die es hier seit Jahrzehnten gibt, ist überhaupt der Grund, warum sich das ordentlich organisieren lässt. Wer das Gelände kennt, weiß auch, wann nicht geflogen wird.