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Fluss Ibar

Die Ibar hinunterschwimmen: Vorbereitung auf lange Strecken

Flussschwimmen hat mit Beckenschwimmen nichts zu tun. Es gibt keine Wand zum Abstoßen, keine Linie zum Folgen, und das Wasser geht seiner Wege, egal was Sie tun.

Lange Flussstrecken verlangen eine andere Vorbereitung: Atmung auf beide Seiten, Orientierung durch Kopfheben alle paar Züge, und Gewöhnung an kälteres Wasser, das in der ersten Minute den Brustkorb zusammenzieht.

Warum ein Fluss anders ist als ein Becken

Im Becken ist alles bekannt: Länge, Temperatur, die Linie am Boden und eine Wand alle fünfundzwanzig Meter. Ein Fluss hat nichts davon, und ein Körper, der gelernt hat, sich darauf zu stützen, steht plötzlich ohne Bezugspunkt da.

Die Strömung versetzt den Schwimmer seitwärts, ohne dass er es merkt. Deshalb schwimmt man im Fluss nicht auf das Ziel zu, sondern auf einen Punkt oberhalb davon — wie beim Überqueren einer Straße mit Seitenwind.

Flusswellen kommen nicht gleichmäßig wie im Meer. Deshalb kann die Atmung auf eine Seite, die im Becken perfekt funktioniert, im Fluss genau auf eine Welle treffen. Beidseitige Atmung ist keine Stilfrage, sondern eine Sicherheitsfrage.

Kaltes Wasser und die erste Minute

Der Einstieg in kaltes Wasser löst einen Reflex aus, der den Brustkorb zusammenzieht und die Atmung beschleunigt. Er dauert etwa eine Minute und geht von selbst vorbei — aber wer nicht weiß, was passiert, erlebt diese Minute als Panik.

Deshalb steigt man langsam ein, macht zuerst das Gesicht nass und schwimmt die ersten Minuten ruhig und ohne Ehrgeiz. Erst wenn die Atmung sich beruhigt hat, geht man ins Tempo.

Ein Neoprenanzug ist für lange Strecken kein Luxus. Er verschiebt die Auskühlungsgrenze um eine Stunde und mehr und gibt zusätzlich Auftrieb, der Kraft spart. In einem Fluss mit Gebirgswasser ist das der Unterschied zwischen angenehm und gefährlich.

Kajak
Kajak

Essen und Trinken

Die Ernährung vor einem langen Schwimmen ist dieselbe wie vor jeder Ausdauerbelastung — eine leichte Mahlzeit zwei bis drei Stunden vorher, und keine Experimente am wichtigen Tag. Getrunken wird auch beim Schwimmen, obwohl der Körper es nicht laut verlangt.

Kaltes Wasser überdeckt den Durst vollständig. Ein Schwimmer kommt nach zwei Stunden dehydriert heraus, ohne je das Bedürfnis nach einem Schluck gespürt zu haben — deshalb werden Trinkpausen nach der Uhr geplant, nicht nach Gefühl.

Für alles über einer Stunde gilt auch die Zuckerregel: etwas schnell Verfügbares zur Hälfte, in einer Form, die sich im Wasser aufnehmen lässt. Gel im Ärmel oder Flasche im Begleitboot, egal — nur da sein muss es.

Der Kopf, und wie man einen Fluss in Stücke bricht

Der mentale Teil wird unterschätzt. Ein Fluss sieht endlos aus, wenn man flussabwärts blickt, also zerlegt man die Strecke in Punkte — eine Brücke, eine Kurve, ein Fels — und schwimmt von einem zum nächsten.

Das ist kein Selbstbetrug, sondern eine Art, dem Gehirn eine Aufgabe zu geben, die es erledigen kann. Ein Ziel in zwei Stunden ist eine Abstraktion; ein Ziel in sieben Minuten ist eine Aufgabe.

Dazu kommt ein Tempo, das absichtlich langsamer ist als möglich. Flussschwimmen misst sich nicht an der Geschwindigkeit, sondern daran, ob man mit genug Kraft ankommt, um aus dem Wasser zu steigen — und das Aussteigen ist oft der schwerste Teil.

Kraljevo aus der Luft
Kraljevo aus der Luft

Die Regel ohne Ausnahme

Nie allein, immer mit Begleitung am Ufer oder im Boot. Die Begleitung sieht, was der Schwimmer nicht sehen kann: ein Hindernis voraus, anderen Verkehr, und den eigenen Zustand des Schwimmers, der von außen früher auffällt als von innen.

Dazu: eine grell gefärbte Kappe, eine Schleppboje am Gurt und ein vereinbarter Ausstiegspunkt. Ein Fluss ist schön, solange alles in Ordnung ist, und alles andere plant man vorher.